Wegweiser zur (vor)stationären Aufnahme

Liebe Patientin, lieber Patient,

wir begrüßen Sie herzlich am Vivantes-Humboldt-Klinikum. Im Folgenden finden Sie Hinweise zum Ablauf der (vor)stationären Aufnahme.

Um einen unkomplizierten Ablauf der Aufnahme zu gewährleisten bitten wir Sie, die einzelnen Stationen der Aufnahme in vorgegebener Reihenfolge zu durchlaufen. Im Folgenden finden Sie die einzelnen Stationen.

Vorstationäre Aufnahme

1. Administrative Aufnahme

Zu Beginn der Aufnahme ist es erforderlich, dass Sie sich zunächst bei der administrativen Aufnahme vorstellen. Hier werden Ihre Stammdaten, Ihr Versicherungsstatus sowie Ihre Einweisung registriert. Die Büros der administrativen Aufnahme befinden sich im Erdgeschoß, unmittelbar links neben dem Haupteingang.

Um den Ablauf zu vereinfachen, bringen Sie bitte Vorbefunde, eine Medikamentenliste und, wenn möglich, die Formulare IEEF und IPSS ausgefüllt mit.

Wenn Sie privat oder zusatzversichert sind und auf unserer Komfortstation untergebracht werden, erfolgt die administrative Aufnahme auf Station (Station AB bzw CD); melden Sie sich hierfür bitte am besten am Tresen der Stationsleitung der jeweiligen Station.

2. Medizinische Aufnahme

Die zweite Etappe ist die medizinische Aufnahme. Hier werden Ihre Krankengeschichte, der Grund der Aufnahme, Ihre Medikamente etc. erfragt und die Indikation zur Operation geprüft.

Die medizinische Aufnahme erfolgt auf der urologischen Station 06.

3. Anästhesiologische Aufnahme

Nachdem die medizinische Aufnahme abgeschlossen ist, werden Sie dem Narkosearzt vorgestellt. Die anästhesiologische Aufnahme erfolgt im ambulanten Zentrum (AOZ) im Obergeschoß, nahe des Haupteinganges.
Soweit nichts anderes vereinbart wurde, können Sie nach Abschluss dieser Untersuchung die Klinik verlassen.

Wir wissen, dass es während des Aufnahmeprozesses immer wieder zu längeren Wartezeiten kommen kann. Wir sind bemüht, diese so gering wie möglich zu halten, und bitten Sie um Ihr Verständnis. Für Anregungen oder Fragen zum Aufnahmeprozess stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Ablauf des stationären Aufenthaltes

Für 3-4 Tage werden Sie stationär aufgenommen. Der Dauerkatheter, der nach der Operation in Narkose eingelegt wird, wird in der Regel nach 2 Tagen gezogen. Falls Sie Fieber bekommen oder es verzögert bluten sollte, wird der Dauerkatheter zunächst belassen. Eventuell müssen neu gebildete Blutkoagel über den Katheter ausgespült werden.

Es kann passieren, dass Sie nach Entfernung des Katheters ein Brennen und einen rasch einsetzenden Harndrang verspüren, so dass Sie den Urin nicht halten können – das geht vorüber.

Am Tag der Entlassung werden Sie gebeten, Ihren Harnstrahl zu messen. Das bedeutet, Sie müssen warten, bis Sie den nächsten Harndrang verspüren, melden sich dann bei der Schwester und miktionieren in einen Trichter. Die Urinmenge und Geschwindigkeit wird gemessen und gibt so einen Rückschluss auf den Erfolg der Operation. Nach erfolgter Messung wird mit dem Ultraschall der verbleibende Urin in der Blase gemessen.

Sofern alles in Ordnung ist, werden Sie mit einem vorläufigen Arztbrief entlassen.

Besonderheiten / Verhaltensregeln nach Entlassung

Die Operation führt zu einer Wundfläche in der Prostata. Mechanische Beanspruchung auf den Damm (beispielsweise Fahrradfahren, Reiten oder das Sitzen auf harter Unterlage) wie auch eine über das normale Maß gesteigerte Durchblutung (beispielsweise durch heiße Vollbäder) führen zu Blutungen und einer verzögerten Wundheilung.

Um ein rasches Abheilen zu gewährleisten, sind bestimmte Verhaltensregeln innerhalb der folgenden 4 - 6 Wochen nach Entlassung zu beachten:

  • Trinkmenge 2-3 Liter pro Tag, sofern keine Kontraindikationen bestehen (Herz- oder Niereninsuffizienz)
  • Keine heißen Voll- oder Sitzbäder, keine Saunagänge
  • Ausgeglichene Ernährung, um festen Stuhlgang zu vermeiden
  • Kein Geschlechtsverkehr
  • Kein Fahrradfahren, kein Reiten, kein schweres Heben, keine schwere körperliche Arbeit
  • Durch das Lösen von Wundschorf kann es zu Blutungen kommen; falls diese dauerhaft auftreten, wenden Sie sich bitte an Ihren Urologen oder an uns
  • Die jährliche Krebsvorsorgeuntersuchung ist weiterhin erforderlich, da ein Teil der Prostata (die Kapsel) nicht entfernt wurde
  • Bei Beschwerden wenden Sie sich bitte an Ihren Urologen oder an uns

Aufgrund einer verzögerten Wundheilung kann es bis zu 4 Monaten zu plötzlichem Harndrang und ggf schmerzhafter Miktion kommen.

Durch die Operation wird der Samen bei der Ejakulation zunächst in die Blase abgegeben und mit dem nächsten Wasserlassen ausgeschieden. Man spricht von einem sogenannten trockenen Samenerguss. Diese Phänomen bedeutet nicht, dass Sie unfruchtbar sind!